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Apfelgenuss 2010: Was uns erwartet

Auf Spurensuche zur Apfelernte 2010

In USA gehört der Spruch "An apple a day keeps the doctor away", wörtlich übersetzt "Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern", zum erzieherischen Repertoire jeder Mutter. Ein hoher Gehalt an bioaktiven Substanzen, neben zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen, macht den Apfel zu einem wahren Jungbrunnen. Kein Wunder also, dass der Apfel auch das Lieblingsobst der Deutschen ist. Über 18 kg der geballten Ladung Power und Vitalität verzehrt jeder von uns im Jahr, will man den Statistiken glauben. Ob rotbackig, gelb oder grün, ob süß oder sauer, pur, im Salat, Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel, die Rezeptliste ist schier endlos. Und gerade das ist es wohl auch, was diese Frucht so beliebt macht. Es ist eben für jeden Geschmack etwas dabei!

Apfelgenuss 2010 – Was uns erwartet

Die Erntezeit ist nun fast vorüber. Die ersten offiziellen Zahlen zur Erntebilanz liegen vor und besagen, dass es 2010, im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen 6 Jahre, 27 % weniger Ertrag gegeben hat. Neben einem leichten Rückgang der Anbaufläche liegen die Ursachen vor allem im ungünstigen Wetter für Bäume und Bienen. Das haben wir zum Anlass genommen, um mit unseren Lieferanten über deren persönliche Erntebilanz zu sprechen.

Südtirol – Apfelgärten zwischen Bergen

Zunächst ein Blick in den Süden, nach Vinschgau in Südtirol. Die Demeter-Obstbauern Josef Tinzl und Franz Pfeifhofer liefern ihre Südtiroler Äpfel bereits seit 2001 an unsere ebl- Märkte. Für Josef Tinzl war es ein insgesamt gutes Jahr. Sowohl Farbe als auch Geschmack seien außerordentlich gut. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und der viele Regen haben im sonst trockenen Tal für Äpfel von schöner Farbe und hervorragenden Geschmack gesorgt. Klimabedingte Ernteausfälle hat er nicht zu beklagen.

Bio-Äpfel aus dem Alten Land

Das sieht bei der Familie Augustin anders aus. Deren Demeter-Hof liegt im Alten Land, also im hohen Norden. Zwar ist die Stückzahl der Früchte fast gleichgeblieben, so Dierk Augustin, aber aufgrund der sprunghaften Witterung sind die Äpfel dieses Jahr deutlich kleiner. Gerade bei den jungen Früchten führten extreme Temperaturschwankungen zu feinen Rissen in der Schale, die der Apfel zwar meist heilen könne, aber zur Berostung (so nennt man Flecken und feine Linien auf der Schale) führe. Das hat aber auch seine Vorteile! Er esse ohnehin nur Äpfel mit Berostung, denn diese würden geschmacklich die optisch schöner anzusehenden Geschwister weit übertreffen, so Augustin.

Fränkische Perlen vom Bioland-Hof Eckert aus Eckental

Auch Markus Eckert aus Eckental ist insgesamt nicht unzufrieden mit der Ernte. Gewinner und Verlierer gäbe es dieses Jahr bei ihm aufgrund des extrem wechselhaften Wetters. Gerade Apfelsorten, die auf den Bienenflug angewiesen waren, wie beispielsweise Boskoop, hätten aufgrund des kalten Frühjahrs einen deutlich geringeren Ertrag. Dafür haben Sorten wie Topas und Elstar dieses Jahr gute Erträge gebracht. Insgesamt sind auch hier die Äpfel etwas kleiner und fester, dafür aber geschmacklich hervorragend.

Es sieht also gut aus für den Apfelgenuss in den nächsten Monaten. Ich werde jetzt gleich in einen der von Eckert mitgebrachten Äpfel reinbeißen. In diesem Sinne, guten Appetit!

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion



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