Leider haben wir heute meist keinen Einblick mehr, von wem und wie ein Produkt eigentlich produziert wurde. Dabei wäre es wichtig, diese Zusammenhänge zu verstehen, denn dann würden sich uns so manche Antworten rund um unseren Konsum von selbst ergeben.
Wir dürfen, ja sollten hinterfragen und verstehen, was in einem Produkt drinsteckt und wo und wie es produziert wurde. Regionale Produzenten geben uns wieder ein Gesicht hinter dem Produkt und die Möglichkeit selbst mal vorbeizuschauen. Das hilft gerade auch unseren Kindern einen Bezug zu den Produkten zu bekommen, die sie konsumieren.
Warum ist denn z.B. das Bio-Wienerle gesünder und ökologischer aber eben auch etwas teurer als das konventionelle Wienerwürstchen? Das wollte ich besser verstehen, nachdem das auch immer wieder Thema von Diskussionen in meinem Umfeld ist. Ich möchte Sie an meiner Spurensuche bei ebl-naturkost teilhaben lassen.
Ökolandbau aus der Region – Weniger kommt bei ebl-naturkost nicht auf den Teller
Vorweg sei gesagt, dass alle Fleischprodukte bei ebl-naturkost im kompletten Lebenszyklus nach den Richtlinien der Öko-Anbauverbände entstehen. Ein großer Anteil des Fleisches stammt von Demeter-Höfen, aber auch Naturland, Bioland, Biokreis und Gäa zertifizierte Bauern sind unter den Lieferanten. Alle Anbauverbände haben gemeinsam, dass deren Richtlinien an vielen Stellen weit über die Vorgaben des EU-Biosiegels hinausgehen.
Auch die Regionalität ist hier selbstverständlich. Alle Bauern sind im Umkreis von ca. 140 Kilometern um Nürnberg herum angesiedelt.
Die Geschichte ums Fleisch beginnt auf dem Bauernhof. Und schon hier gibt es gravierende Unterschiede zwischen der industrialisierten Massentierhaltung und der Tierhaltung nach den Richtlinien der Ökoanbauverbände. Artgerechte Haltung ist dabei ein wesentliches Prinzip aller Anbauverbände. Das heißt beispielsweise, dass eine Anbindehaltung von Tieren hier nicht erlaubt ist. In der konventionellen Haltung zugelassene Zusatzstoffe wie Enzyme und synthetische Aminosäuren sind ebenso tabu wie Gentechnik und der vorbeugende Einsatz von Arzneimitteln. Für jede Tierart gibt es Höchstgrenzen für die Anzahl der Tiere pro Hektar, die sogenannte Besatzdichte. Diese variiert zwischen den Anbauverbänden etwas, ist aber bei allen weit entfernt von der bewegungslosen Massentierhaltung der Industriefertigung. Auch produzieren im Ökolandbau die Landwirte größtenteils ihr Futter selbst auf ihren Feldern – selbstverständlich auch Bio.
Ein Bereich, den die meisten von uns am liebsten ausblenden ist die Schlachtung der Tiere. Auch hier gibt es große Unterschiede. So ist bei Öko-Erzeugern die Herkunft jedes Stücks Fleisch nachvollziehbar. Es wird alles vermieden, was bei den Tieren unnötig Angst und Stress verursacht. Lange Wartezeiten sind tabu, Beruhigungsmittel und Stromschläge sind verboten.
Öko-Produkte werden nach dem Verständnis der Anbauverbände möglichst werterhaltend beziehungsweise schonend verarbeitet. Die Demeter-Richtlinien, nach denen die ebl-Metzgerei ausnahmslos produziert, sind am strengsten. Deshalb kommen bei ebl nur Bio-Gewürze und Salz an die Wurst – Zusatz- und Hilfsstoffe sind tabu. Dagegen liest sich die Zutatenliste mancher konventioneller Wurst eher wie ein Laborcocktail. 0b künstliche Geschmacksverstärker, Phosphat oder Konservierungsstoffe, solche Dinge gehören meiner Meinung nach nicht ins Essen.
Zurück zum Wienerle: Wussten Sie, dass im konventionellen Wienerle der Wasseranteil durch Zugabe von Emulgatoren um bis zu 50 % höher ist, als im Bio-Wiener von ebl-naturkost?
Ich denke wir brauchen mehr Information zu diesem Thema, denn vielen sind diese Dinge nicht bewusst. Es gibt zum Ökolandbau weder aus Tierschutzsicht noch für unsere eigene Gesundheit eine Alternative. Wenn es uns gemeinsam gelingt, die Fakten hinter der industrialisierten Fleischproduktion wieder sichtbar zu machen, dann werden sich für die meisten von uns die Antworten von selbst ergeben.
Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion