Nun beginnt also das Jahreskarussell aufs Neue sich zu drehen. Die Kalender sind gewechselt, das alte Jahr liegt hinter uns, Ring frei zu einer neuen Runde Leben.
Viele von uns haben die Zeit zwischen den Jahren wahrscheinlich auch genutzt, um etwas Ruhe zu finden. Und wie es so ist mit der Reflektion, entstehen in dieser Zeit oft vielerorts Erkenntnisse, reifen gute Vorsätze, was wir alles im neuen Jahr besser machen könnten. Aber wie schon Goethe einst sagte "Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung ist schwer". Schnell ist es gedacht und aufgeschrieben: "Ich rauche nicht mehr", "Ich schenke meiner Familie mehr Zeit", "Ich ernähre mich gesünder"….
Aber wenn der Alltag uns dann wieder in seinen Krallen hat, so ist es meist schnell um unsere guten Vorsätze geschehen. Von Monica Minder habe ich dazu folgenden Gedanken gelesen, der mir sehr gut gefallen hat: "Das neue Jahr sieht dir so angenehm ins Auge, wie du das alte zurückgelassen hast". Das ist wohl wahr, aber trotzdem sollten wir uns nicht entmutigen lassen. Denn ich glaube fest daran, dass Veränderung möglich ist, immer und überall!
Die Symbolik des Jahresbeginns mit einem eigenen kleinen, aber machbaren Neubeginn zu verknüpfen ist durchaus hilfreich und vermag dem eigenen Wunsch etwas mehr Kraft und Feierlichkeit einzuhauchen. Wichtig dabei ist es, die Erfüllbarkeit des gemachten Vorsatzes innerlich gut zu prüfen, denn leere Versprechungen, auch wenn wir die nur uns selbst gegeben haben, erzeugen innere Leere. Daher sollten wir alle stets kleine, machbare Schritte gehen. Ebenso wie die leeren Versprechungen hat auch jeder gemachte Schritt eine Wirkung in uns und um uns herum. Das Gefühl, etwas erreicht zu haben gibt uns Sicherheit und Mut für den nächsten Schritt, es schafft Zuversicht auch in unserem Umfeld und ist so die Saat für weitere Schritte, die wir und andere dann wagen können. 2011 hat gezeigt, Bürgerdemokratie ist möglich, Veränderung von unten ist keine Illusion. Aber alles beginnt stets zuerst in uns selbst.
Die Vorzeichen für 2012 sind nicht gerade hoffnungsfroh: Eurokrise, Wirtschaftskrise, Rezession, das sind die Wörter, die unheilsschwanger durch die Medien geistern. Ich möchte diesen globalen Angstbotschaften einen Hoffnungsgedanken gegenüberstellen, der mir immer wieder Mut macht und vielleicht ja auch bei Ihnen Optimismus wachsen lässt:
Wenn jeder von uns, der vom Leben reich beschenkt ist, wieder anfängt davon abzugeben, dann kann es auch in Zeiten der Krise genug für uns alle sein. Dabei geht es nicht immer nur um materielle Dinge. Für viele ist es eher innere Not, das Gefühl von Einsamkeit inmitten der Gesellschaft, die Sehnsucht nach Liebe, die Menschen verzagen läßt. Kennt nicht jeder von uns Menschen, mit denen es das Leben gerade nicht so gut gemeint hat? Wäre es nicht ein schöner Neujahrsvorsatz, einem Menschen in eurem Umfeld zu helfen?
Ich für meinen Teil möchte es auch 2012 wieder versuchen, die Welt mit meinen kleinen Schritten ein wenig besser zu machen. Wenn wir das alle gemeinsam tun, kann uns das ein großes Stück nach Vorne bringen!
In diesem Sinne, Ihnen allen ein hoffnungsvolles und tatenreiches neues Jahr!
Ihr Frank Braun für die ebl Redaktion