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10 Jahre Bio-Siegel in Deutschland

1 Jahr EU-Bio-Siegel

Seit nunmehr 10 Jahren gibt es in Deutschland das 8-eckige Bio-Siegel. Im Juni vergangenen Jahres wurde dann ein EU-weit einheitliches Bio-Siegel eingeführt, das ab Juli 2012 verbindlich auf den Verpackungen sein muss. Auch bei ebl-naturkost wird dann das EU-Siegel verwendet. Die Richtlinien beider Siegel sind inhaltlich völlig identisch. Die Motivation für die Einführung des EU-Siegels war, Bio europaweit ein gemeinsames Gesicht zu geben.

In Deutschland sind heutzutage auf den Verpackungen, aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades des deutschen Siegels, meist beide Siegel zu sehen. Rund 87 % der Verbraucher kennen das deutsche Bio-Label, ein traumhafter Wert, über den sich jede Marke freuen würde. Auch das Angebot an Bio-Produkten hat sich in den letzten 10 Jahren entsprechend entwickelt. Mittlerweile gibt es mehr als 62.000 Produkte von rund 4000 Unternehmen. Deutschland ist innerhalb der EU der größte Markt für Bio-Produkte und nach den USA weltweit die Nummer 2. Auch auf der Seite der Produzenten tut sich etwas. 2010 wurden rund 990.000 Hektar in Deutschland ökologisch bewirtschaftet.

Um das EU-Bio-Siegel zu erhalten, muss ein Produkt unterschiedliche Kriterien erfüllen. Zum einen darf der Anteil an gentechnisch veränderten Bestandteilen höchstens 0,9 % sein, andererseits müssen mindestens 95 % der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen. Damit ist das EU-Siegel so etwas wie das Einstiegsprodukt für ökologisch denkende Betriebe. Die Siegel der Anbauverbände gehen teils weit über die Anforderungen des EU-Siegels hinaus. Mit der Einführung des europäischen Siegels wurde auch die Herkunftskennzeichnung in der EU geändert. So können Sie jetzt erkennen, ob die Ausgangsstoffe des Produktes aus EU- oder Nicht-EU-Landwirtschaft stammen. So müssen bei Demeter z. B. 100 % der Inhaltsstoffe Bio sein und die Tiere dürfen nur mit hofeigenem Futter versorgt werden.

Auch wenn das EU-Bio-Siegel somit als Mindeststandard für ökologisch angebaute Produkte bezeichnet werden kann, gehören Lebensmittel mit dem EU-Bio-Siegel immer noch zu den Produkten mit dem höchsten gesetzlich gesicherten lebensmittelrechtlichen Standard. Aus meiner Sicht ist es ein Schritt in die richtige Richtung, Bio als Marke europaweit zu etablieren. Mittlerweile haben auch Nicht-EU-Länder ihre Verordnungen nach dem Lebensmittelrecht des europäischen Biosiegels ausgerichtet, so dass sich für uns Konsumenten ein Standard entwickelt hat, auf den wir uns verlassen können. Klar, vieles könnte hier noch besser werden, aber wem EU-Bio nicht genug ist, der hat die Wahl, mit seinem Einkauf für die deutlich konsequenteren Vorschriften der Anbauverbände abzustimmen. Wenn wir das alle tun würden, stellte sich die Frage nach dem Mindeststandard nicht mehr. Es gibt gute Beispiele, wie unser Handeln „FAIRänderung" bewirken kann.

Ihr Frank Braun für die ebl-Redaktion

 


 

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