Rapunzel

Zu Besuch bei Rapunzel im Allgäu

Vor ein paar Wochen haben wir mit einer Gruppe von ebl-Mitarbeitern wieder einmal unseren langjährigen Partner Rapunzel in Legau im Allgäu besucht: Joseph Wilhelm, Gründer und Geschäftsführer von Rapunzel, begrüßte uns sehr herzlich.

Man merkt ihm den Stolz und die Freude über sein Unternehmen an, als er uns kurz die Firmengeschichte erzählt: Begonnen hatte alles 1974 mit der Gründung einer Selbstversorger-Gemeinschaft auf einem Bauernhof mit kleinem Naturkostladen in Augsburg. Die Motivation? "Weil wir das, was wir essen wollten, nicht kaufen konnten" werden die Firmengründer Joseph Wilhelm und Jennifer Vermeulen oft zitiert.

Heute nach mehr als 40 Jahren hat sich Rapunzel zu einem der führenden Bio-Hersteller in Europa und einem international agierenden Unternehmen mit über 300 Mitarbeitern entwickelt. In Legau sind 1986 aus einem ehemaligen Milchwerk Firmensitz und Produktion entstanden. Die Ziele sind stets die gleichen geblieben: kontrolliert biologische, naturbelassene und vegetarische Lebensmittel herstellen, die ökologische Landwirtschaft stärken, gesunde Ernährung ermöglichen und dabei unabhängig bleiben.

"Das Bestmögliche für Mensch und Natur tun"

Rapunzel wird aus aller Welt mit insgesamt mehr als 1300 Rohstoffen beliefert. Rund 600 Artikel gehören zum Sortiment wie z.B. Nussmuse, Müsli, Speiseöle, Teigwaren sowie Schokolade und Kaffee: etwa die Hälfte des Sortiments wird in Legau verarbeitet oder abgefüllt. Bei unserer Betriebsbesichtigung lernen wir die Abfüllanlagen für Müsli, Olivenöl und Nussmuse sowie die Nussrösterei kennen. Anfangs wurde das Müsli noch "in der Badewanne zusammengemischt". Heute zeichnet sich die Produktion durch moderne Maschinen und hohe Qualitätsstandards aus. Betrieben wird die Produktion mit einem Bioheizkraftwerk und einer Photovoltaikanlage. Der darüberhinaus benötigte Strom stammt von der naturstrom AG.

Zur Qualitätssicherung werden sowohl im eigenen Labor als auch im externen Labor umfangreiche Prüfungen auf Geschmack, Beschaffenheit oder Rückstände (z.B. Pestizide) durchgeführt. Vier bis fünf Mal täglich fährt von Legau ein Laster mit Rapunzel-Produkten zum eigenen Logistikzentrum nach Bad Grönenbach. Um eine Vorstellung von den produzierten Mengen zu erhalten: Allein vom Haselnussmus "Samba" mit einem Nuss-Anteil von 45 % werden täglich bis zu 64.000 Gläser hergestellt.

"Wir machen Bio aus Liebe."

Das Motto des Unternehmens ist hier bei unserem Besuch in Legau tatsächlich spürbar, wir fühlen uns sehr willkommen: die Gespräche sind herzlich, der Umgang unkompliziert, die Gastfreundschaft außergewöhnlich - Rapunzel-Geschäftsführer Andreas Wenning, Thomas Richter (Key Account Manager), Birte Kaps (Marketing) und Eva Kiene (PR) nehmen sich viel Zeit und beantworten offen und geduldig unsere Fragen. Beeindruckt sind wir auch vom lokalen und globalen Engagement, das bei Rapunzel weit über die reine Produktion und den Vertrieb hinausgeht:

Unter dem Motto "Kulturkost" gibt es in Legau ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm, mit dem Rapunzel über Themen wie fairer Handel oder Nachhaltigkeit informiert. Einmal im Monat findet freitags eine Betriebsbesichtigung für Interessierte, wie z.B. Firmen, Studenten oder Vereine, statt. Im hauseigenen Rapunzel-Kino werden Kino-Filme und Dokumentationen gezeigt oder es finden Vorträge und Veranstaltungen statt. Im Rapunzel-Museum gelingt es dem Unternehmen, den Geist seiner Gründerzeit erlebbar zu machen und für Besucher wie uns einzufangen.

Das HAND IN HAND-Programm ist das firmeneigene Fairhandels-Programm von Rapunzel und das erste mit 100% biologisch erzeugten Produkten. Das erste Projekt startete 1988 in Bolivien mit Kakao. Heute tragen rund 90 Produkte das HAND IN HAND-Siegel, das Produzenten und Verbraucher gleichermaßen durch garantiert hohe Standards absichert. Dazu gehören der direkte Kontakt zu den Bauern in aller Welt, die Schaffung von menschenwürdigen und gesunden Arbeitsbedingungen sowie die durchgängige Transparenz der Lieferkette.

Der Firmenname Rapunzel kommt übrigens zum einen von der Märchenfigur, zum anderen von der Pflanze Feldsalat, die im Süddeutschen "Rapunzel" genannt wird, und trotz ihrer geringen Größe als sehr widerstandskräftig und beständig gilt.

Mitte Oktober waren wir erneut in Legau: Rapunzel hat Experten, Fachhändler, Journalisten und Interessierte zum "Palmöl-Forum" eingeladen, um über das vielschichtige Thema zu informieren und Hintergründe zu beleuchten. Mehr von unserem Wiedersehen mit unserem Partner Rapunzel und den gemeinsamen Austausch erfahren Sie demnächst in unserem Newsletter.

Herzliche Grüße

Christine Fröhlen für die ebl-Redaktion

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